Gekaufte Drittquellen-Platzierungen (Advertorials, Sponsored Articles, Branded Content, kooperativ erstellte Fach-Beiträge), die im Rahmen dieses Mandats gebucht werden, sind gemäß dem Northbridge-Einkaufs-Standard (Stand Mai 2026, publiziert unter Creative Commons BY-ND 4.0) zu verifizieren. Die Verifikation ist zweistufig: 1. Publisher-Vorprüfung vor Buchung: A 03 (Domain-Reputation), A 05 (Paywall), A 06 (Bot-Policy) 2. Briefing-Verifikation vor Schluss-Rechnung: A 01, A 02, A 04, A 07, A 08 sowie alle B-Kriterien Die Schluss-Rechnung wird nach der Drei-Klassen-Einstufung des Standards fakturiert: Citation-Buy 1,0 × Marktpreis (alle 8 A erfüllt, mindestens 7 von 10 B) Mixed-Buy 0,5 bis 0,7 × Marktpreis (alle 8 A erfüllt, 4 bis 6 B) Mention-Buy 0,2 bis 0,4 × Marktpreis (alle 8 A erfüllt, weniger als 4 B) Briefing-FAIL 0,0 × Marktpreis (FAIL bei A 01, A 02, A 04, A 07 oder A 08) Publisher, die bei der Vorprüfung FAIL erhalten, werden nicht beauftragt. Rechnungs-Konsequenzen entstehen nur bei FAIL in der Briefing-Einhaltung. Der Auftragnehmer dokumentiert die Verifikation pro Platzierung und legt sie der Schluss-Rechnung als Nachweis bei. Der Standard ist unter https://www.northbridgesystems.de/de/einkaufs-standard/ öffentlich einsehbar.
Der Northbridge-Einkaufs-Standard
Achtzehn prüfbare Kriterien plus zweistufiger Verifikations-Workflow für gekaufte Drittquellen-Platzierungen. Sektor-übergreifend einsetzbar in Telco, Finance, Insurance und Commerce. Frei verwendbar unter Creative Commons BY-ND 4.0.
Der Einkaufs-Standard trägt die methodische Schicht des Compliance-GEO Codex in eine prüfbare Procurement-Form. Acht binäre A-Kriterien entscheiden über die Eignung einer Platzierung als Citation-Träger. Zehn graduelle B-Kriterien bestimmen den Citation-Lift, sobald die A-Klasse erfüllt ist. Ein zweistufiger Verifikations-Workflow trennt Publisher-Vorprüfung vor Buchung von Briefing-Verifikation vor Schluss-Rechnung. Die Preis-Kopplung an die Kriterien-Erfüllung ist der eigentliche Rechtshebel.
Der Standard ist methodisch konzipiert, nicht als unmittelbar rechtlich zwingende Umsetzung einer Lieferketten-Pflicht. Er operationalisiert Lieferanten-Sorgfalts-Prüfung unabhängig davon, ob im Einzelfall eine regulatorische Pflicht greift. Drei Procurement-Bausteine zum direkten Einbau in Ausschreibung, Dienstleistungsvertrag und Compliance-Deklaration sind im unteren Drittel der Seite zu finden.
Warum Verifikation vor Bezahlung?
Nach Veröffentlichung sind Korrekturen am URL-Pfad, an der DOM-Kennzeichnung oder an der Schema-Auszeichnung nicht mehr durchsetzbar.
Ein Publisher, der einen Beitrag unter einem /sponsored/-Pfad ausgespielt hat, wird diesen Pfad nach Rechnungs-Freigabe nicht ändern. Die einzige Mechanik, die zuverlässig greift, ist die Kopplung der Schluss-Rechnung an den Nachweis erfüllter Kriterien. Der Verifikations-Workflow läuft deshalb vor jeder Schluss-Rechnung, nicht danach. Die Preis-Kopplung ist der eigentliche Rechtshebel, nicht der Advertorial-Vertrag.
Der Einkaufs-Standard ist methodisch konzipiert. Er operationalisiert Lieferanten-Sorgfalts-Prüfung unabhängig davon, ob im Einzelfall eine regulatorische Pflicht greift. Bei direkter LLM-Vertragsbeziehung geht die Prüf-Logik in den regulatorischen Anwendungsbereich über. Die genaue Einordnung der einschlägigen europarechtlichen und nationalen Auslegungs-Linien ist Gegenstand des DE-Anhangs des Codex sowie der laufenden juristischen Validierung.
Zwei Verantwortungs-Ebenen, zwei Sanktions-Mechaniken
Drei Domain-Policy-Kriterien gehören zur Publisher-Vorprüfung. Fünfzehn Kriterien gehören zur Briefing-Einhaltung.
Die achtzehn Kriterien verteilen sich auf zwei Ebenen, die unterschiedlichen Verantwortlichkeiten folgen. Qualitäts-Publisher akzeptieren Durchsetzungs-Ansprüche nur in Bereichen, die im Einfluss-Bereich des Einzel-Auftrags liegen. Domain-Policy-Entscheidungen wie robots.txt, Paywall-Architektur oder Domain-Reputation sind strategische Publisher-Entscheidungen außerhalb der Einzel-Auftrags-Verhandlung.
2.1Publisher-Vorprüfung vor Buchung
Drei Kriterien entscheiden auf Domain-Policy-Ebene und gelten unabhängig vom einzelnen Beitrag: A 03 Domain-Reputation, A 05 Paywall-Status, A 06 Bot-Policy. Sie sind Go oder No-Go. Erfüllt ein Publisher sie nicht, wird der Beitrag nicht gebucht. Re-Validierung quartalsweise. Keine Rechnungs-Konsequenz nach Buchung, weil diese Kriterien nicht zum Briefing-Rahmen gehören.
2.2Briefing-Einhaltung vor Schluss-Rechnung
Fünfzehn Kriterien liegen im Einfluss-Bereich des Publishers für den konkreten Beitrag, das sind A 01, A 02, A 04, A 07, A 08 sowie B 01 bis B 10. Hält der Publisher das Briefing ein, wird die Schluss-Rechnung zur vollen Einstufung nach dem Preis-Faktor-Modell fakturiert. Briefing-FAILs sind nach Veröffentlichung in der Regel nicht reparierbar und führen zur Rechnungs-Kürzung.
Die acht binären A-Kriterien
Eignungs-Filter. Ein einziger A-FAIL disqualifiziert die Platzierung als Citation-Träger.
Die A-Klasse prüft, ob eine Platzierung im Kandidaten-Set der Retrieval-Engines überhaupt indexierbar, crawlbar und redaktionell klassifiziert ist. Jedes Kriterium ist ein binärer Filter: FAIL bedeutet Disqualifikation, unabhängig von Preis, Publisher-Namen und inhaltlicher Qualität.
| Kriterium | Ebene | Was geprüft wird | Disqualifizierend, wenn |
|---|---|---|---|
| A 01 · URL-Pfad | Briefing-Einhaltung | Beitrag liegt unter einem redaktionellen Pfad der Domain | Pfad-Segment ist /sponsored/, /anzeige/, /advertorial/, /promotion/, /pr/ oder /partner/; Subdomain-Auslagerung wie partner.x.de |
| A 02 · DOM-Kennzeichnung | Briefing-Einhaltung | Kein Advertorial-Template im Beitrags-Bereich. Textliche Werbe-Kennzeichnung („Anzeige“, „In Kooperation“) ist zulässig und rechtlich erforderlich. | Eigenständige DOM-Elemente wie Badges, Rahmungen oder CSS-Wrapper (.advertorial), die als Template-Struktur Werbung klassifizieren |
| A 03 · Domain-Reputation | Publisher-Vorprüfung | Domain ist kein erkennbarer Werbe-Aggregator | Domain-Name oder About-Text enthält Begriffe wie „anzeigen“, „presseportal“, „prnews“, „advertorial“, „sponsored“ |
| A 04 · Indexier-Status | Briefing-Einhaltung | Index, follow; selbst-referenzierendes Canonical; kein X-Robots-Block | <meta name="robots" content="noindex">, X-Robots-Tag: noindex im HTTP-Header, fehlendes oder fremdes Canonical |
| A 05 · Paywall-Status | Publisher-Vorprüfung | Volltext für Crawler vollständig zugänglich | Partial Content, metered Paywall ohne Bot-Ausnahme, Login-Wall vor dem Article-Schema |
| A 06 · Bot-Policy | Publisher-Vorprüfung | robots.txt erlaubt alle relevanten Retrieval-Bots separat |
Pauschaler User-agent: * mit Disallow: /; einzelner Disallow für GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot, Google-Extended, OAI-SearchBot, CCBot oder Bingbot |
| A 07 · URL-Persistenz | Briefing-Einhaltung | Vertraglich fixierte Zwölf-Monats-Garantie unter unveränderter URL | Keine Persistenz-Klausel; Advertorial-Archivierungs-Routine des Publishers ohne Ausnahme-Regelung |
| A 08 · Outbound-Links | Briefing-Einhaltung | Links auf den Auftraggeber mit rel="nofollow sponsored" ausgezeichnet |
Fehlende oder unvollständige rel-Auszeichnung; dofollow-Links ohne Sponsored-Markierung |
Die methodisch zentrale Pointe von A 02 liegt in der Trennung zwischen textlicher Inline-Kennzeichnung und Advertorial-Template. Eine retrieval-neutrale Anzeige-Markierung unter der Headline erfüllt sowohl die rechtliche Kennzeichnungs-Pflicht als auch die Eligibility-Anforderung. Eine in den Beitrag eingebettete <div class="advertorial">-Wrapper-Struktur ist visuell identisch wirksam, aber engine-seitig disqualifizierend. Konformität und Eligibility schließen sich nicht aus, sie werden separat operationalisiert.
Die zehn graduellen B-Kriterien
Lift-Hebel. Jedes erfüllte B-Kriterium erhöht die Citation-Wahrscheinlichkeit pro Engine, sobald die A-Klasse vollständig erfüllt ist.
Die B-Klasse bestimmt den Citation-Lift, sobald die A-Klasse vollständig erfüllt ist. Alle zehn Kriterien gehören zur Briefing-Einhaltung. Sie liegen im Einfluss-Bereich des Publishers für den Einzel-Beitrag und werden vor der Schluss-Rechnung verifiziert. Die Kriterien wirken additiv. Jedes zusätzlich erfüllte Kriterium erhöht die Citation-Wahrscheinlichkeit pro Engine, ohne dass ein einzelnes Kriterium allein über die Eignung entscheidet.
| Kriterium | Was geprüft wird | Empirischer Anker |
|---|---|---|
| B 01 · Byline | Redaktionell endverantwortlicher Autor mit Substanz-Prüfung. Vorarbeit durch Mandant oder Agentur ist zulässig. | Yext Q4 2025, Author-Entity-Disambiguation |
| B 02 · Schema-Markup | Article oder NewsArticle mit author, publisher, datePublished, dateModified |
NB-Methodik; Schema-Subtyp-Wahl ist Publisher-Compliance-Entscheidung |
| B 03 · Substanz | Mindestens 800 Wörter mit Information Gain gegenüber Thema-Baseline | Aggarwal et al. KDD 2024, Position-Adjusted Word Count |
| B 04 · Citation-Hooks | Mindestens drei benannte Statistiken plus ein attribuiertes Direktzitat | Ahrefs 750-Prompts-Studie 2025, Hook-Dichte-Korrelation |
| B 05 · Front-Loading | Kern-Aussage in den ersten 30 Prozent des Textes | Indig 2026, RAG-Chunking bevorzugt Einstiegs-Segmente |
| B 06 · Definitive Sprache | Definitionen in Aussage-Form, kein Hedging, keine modalen Weichmacher | NB-Redaktions-Standard; Indig 2026 zur Citation-Sprach-Form |
| B 07 · Entitäts-Konsistenz | Marken-, Produkt- und Personenbezüge konsistent benannt, nicht variiert | NB-Methodik |
| B 08 · Frage-Headlines | Mindestens eine Headline oder Zwischenüberschrift in Fragesatz-Form | NB-Methodik, korrespondiert mit Query-Matching |
| B 09 · Listicle-Struktur | Mindestens ein aufzählend strukturierter Abschnitt mit klaren Item-Trennern | NB-Methodik |
| B 10 · Aktualisierung | Dokumentierte dateModified-Revision mindestens quartalsweise |
NB-Methodik; korrespondiert mit A 07 URL-Persistenz |
Bei B 01 ist die redaktionelle Endverantwortung von der Urheberschafts-Frage zu trennen. Eine enge Lesart („tatsächlicher Redakteur, kein Gastbeitrag“) stünde in Konflikt mit Pressekodex Ziffer 7. Die Lesart des Standards spiegelt die tatsächliche Publisher-Praxis: Mandanten- oder Agentur-Vorarbeit durchläuft redaktionelle Prüfung, Überarbeitung und Substanz-Validierung durch den bylined Autor, der die Endverantwortung trägt.
Der zweistufige Verifikations-Workflow
Stufe 01 vor Buchung. Stufe 02 vor Schluss-Rechnung. Bewusst ohne proprietäre Tool-Abhängigkeit.
Der Workflow folgt der Verantwortungs-Trennung. Stufe 01 klärt vor der Buchung, ob der Publisher auf Domain-Ebene die Voraussetzungen erfüllt. Stufe 02 prüft nach Veröffentlichung und vor Bezahlung, ob der Publisher das Briefing eingehalten hat. Stufe 01 verlangt nur Browser und Kommandozeile. Stufe 02 zusätzlich den öffentlichen Google Rich Results Test, Lese-Kompetenz und Vertrags-Einsicht.
Stufe 01 als Domain-Policy-Filter vor Buchung. Stufe 02 als Briefing-Filter vor Faktur. FAIL in Stufe 01 verhindert die Buchung ohne Rechnungs-Konsequenz; FAIL in Stufe 02 löst Nachbesserung oder Rechnungs-Kürzung nach dem Preis-Faktor-Modell aus. Die Trennung schützt Qualitäts-Publisher vor rückwirkenden Sanktionen für Domain-Policy-Entscheidungen.
curl -A "GPTBot" auf Beispiel-URL.
robots.txt auf alle relevanten Bots gegenprüfen: GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot, Google-Extended, OAI-SearchBot, CCBot, Bingbot.
<meta name="robots"> und X-Robots-Tag.
Die Verantwortungs-Klarstellung ist explizit. Stufe 01 schützt den Publisher vor rückwirkender Rechnungs-Kürzung, weil Domain-Policy außerhalb des Briefing-Rahmens liegt. Stufe 02 koppelt Briefing-Einhaltung an Rechnungs-Anerkennung.
curl. Vor Schluss-Rechnung: fünf Briefing-Schritte mit Page-Source, Rich-Results-Test und Vertrags-Einsicht. Was hier dokumentiert ist, trägt vor jedem Audit.
Drei-Klassen-Einstufung der Schluss-Rechnung
Citation-Buy, Mixed-Buy, Mention-Buy. Plus zwei differenzierte FAIL-Zeilen.
Die Kombination aus A-Klassen-Erfüllung und B-Klassen-Zählung ergibt eine Drei-Klassen-Einstufung der Schluss-Rechnung mit zwei differenzierten FAIL-Zeilen. Die FAIL-Zeilen folgen der Verantwortungs-Trennung aus Sektion 02.
| Einstufung | Erfüllungs-Profil | Kriterien-Faktor |
|---|---|---|
| Citation-Buy | Alle 8 A plus mindestens 7 von 10 B | 1,0 × |
| Mixed-Buy | Alle 8 A plus 4 bis 6 B | 0,5 × bis 0,7 × |
| Mention-Buy | Alle 8 A plus weniger als 4 B | 0,2 × bis 0,4 × |
| Briefing-FAIL | FAIL bei A 01, A 02, A 04, A 07 oder A 08 | 0,0 × · Rechnungs-Kürzung, Publisher-kontrolliert |
| Vorprüfungs-FAIL | FAIL bei A 03, A 05 oder A 06 | Nicht gebucht, keine Rechnungs-Konsequenz |
Mention-Buys haben Rest-Wert im Citation-Layer. Ahrefs hat 2025 dokumentiert, dass Marken-Nennungen ohne Link in LLM-Antworten Brand-Recall-Effekte erzeugen. Der Rest-Wert wird zum Mention-Preis fakturiert, nicht zum Citation-Preis. Diese Trennung verhindert den häufigen Markt-Fehler, eine Mention-Leistung zum Citation-Preis zu kaufen und eine Citation zu unterstellen.
Die Schluss-Rechnung folgt einer multiplikativen Formel: final_price = list_price × kriterien_faktor × modell_blended_faktor. Der Modell-Blended-Faktor rechnet die Engine-Reichweite des Mandanten in den Preis ein. Das vollständige Preis-Faktor-Modell ist Gegenstand von Codex Kapitel 3.
Schluss-Rechnung gleich Listenpreis mal Kriterien-Faktor mal Modell-Blended-Faktor. Bei voller A- und B-Erfüllung: 1,0 × mal 0,89 × ergibt einen Schluss-Faktor von 0,89, also 89 Prozent des Listenpreises. Mention-Buy bei Erwähnung ohne Citation: rund 35 Prozent Rest-Wert. Bei A-Klassen-Verstoß: Disqualifikation auf 0,0 mal, unabhängig vom B-Profil. Der 0,89-Wert ist Arbeits-Hypothese aus Codex Kapitel 3, keine Markt-Konstante.
Wie kommt der Standard in Ausschreibung, SOW und Compliance?
Drei Textbausteine als Arbeits-Material. Lizenz CC BY-ND 4.0. Verbindlich-zitierfähig.
Die drei Bausteine sind unter derselben Lizenz freigegeben wie das übrige Dokument und lassen sich in RFP, Dienstleistungsvertrag und Compliance-Vorlage kopieren. Sie zitieren den Standard verbindlich und koppeln die Schluss-Rechnung an die Kriterien-Erfüllung. Sobald der Standard in einer Ausschreibung geführt wird, ist jede Agentur, die seine Anwendung verweigert oder nicht dokumentieren kann, gegenüber dem Einkauf nicht-konform. Die Mechanik funktioniert ohne gesetzliche Bindung. Sie beruht auf der Marktnorm-Wirkung offener Standards, analog dem IAB-Standard für Media-Buying.
§ 1 Verbindlichkeit
(1) Der Auftragnehmer verpflichtet sich, jede im Rahmen dieses Vertrags gebuchte Drittquellen-Platzierung vor Einreichung der Schluss-Rechnung gemäß dem Northbridge-Einkaufs-Standard Mai 2026 zu verifizieren.
(2) Der Standard ist unter der Creative-Commons-Lizenz BY-ND 4.0 International publiziert und in der zum Vertragsschluss geltenden Fassung verbindlich. Spätere Versionen des Standards gelten nur, wenn beide Parteien dies schriftlich vereinbaren.
§ 2 Zweistufige Verifikation
(1) Die Publisher-Vorprüfung umfasst die Prüfung der Kriterien A 03 (Domain-Reputation), A 05 (Paywall) und A 06 (Bot-Policy) vor Buchung. Publisher, die diese Prüfung nicht bestehen, werden nicht beauftragt; rückwirkende Rechnungs-Konsequenzen sind in dieser Ebene ausgeschlossen.
(2) Die Briefing-Verifikation umfasst die Prüfung der Kriterien A 01, A 02, A 04, A 07, A 08 sowie B 01 bis B 10 nach dem zweistufigen Workflow des Standards. Der Nachweis ist der Schluss-Rechnung beizulegen und in prüffähiger Form zu dokumentieren.
§ 3 Preis-Kopplung
(1) Die Fakturierung erfolgt nach der Drei-Klassen-Einstufung des Standards:
Citation-Buy 1,0 × Marktpreis
Mixed-Buy 0,5 bis 0,7 × Marktpreis
Mention-Buy 0,2 bis 0,4 × Marktpreis
Briefing-FAIL 0,0 × Marktpreis
(2) Bei FAIL in der Briefing-Einhaltung (A 01, A 02, A 04, A 07 oder A 08) ist die Platzierung nicht fakturierbar. Die Nachbesserungs-Obliegenheit des Auftragnehmers richtet sich nach den allgemeinen Vertragsbedingungen; Briefing-FAILs sind nach Veröffentlichung in der Regel nicht reparierbar.
(3) Bei Mixed- oder Mention-Buy-Einstufung ist eine Nachbesserung hinsichtlich der fehlenden B-Kriterien möglich; der Auftragnehmer hat die Gelegenheit zur Nachbesserung innerhalb einer vom Auftraggeber zu setzenden Frist.
§ 4 Dokumentations-Pflicht
Der Auftragnehmer hält die Verifikations-Dokumentation mindestens für die Dauer der gesetzlichen Aufbewahrungsfristen vor und stellt sie dem Auftraggeber auf Verlangen zur Verfügung. Die Dokumentation dient zugleich als Beweislast-Sicherung gegenüber Dritten.
Hiermit erklärt [Firma · Auftragnehmer], dass sämtliche im Rahmen des Mandats mit [Auftraggeber] gebuchten Drittquellen-Platzierungen gemäß dem Northbridge-Einkaufs-Standard Mai 2026 verifiziert werden.
Die Verifikation ist zweistufig: Publisher-Vorprüfung (A 03, A 05, A 06) vor Buchung; Briefing-Verifikation (A 01, A 02, A 04, A 07, A 08 sowie B 01 bis B 10) vor Schluss-Rechnung. Die Schluss-Rechnung wird nach der Drei-Klassen-Einstufung des Standards eingestuft und fakturiert.
Der Standard ist als offener Einkaufs-Standard unter Creative Commons BY-ND 4.0 International publiziert. Diese Erklärung bezieht sich ausschließlich auf die zum Erklärungs-Zeitpunkt geltende Fassung Mai 2026.
Ort, Datum ______________________________
Unterschrift ______________________________
[Name, Funktion]
Vom Standard zur konformen Buchung in fünf Schritten
- 01 RFP-Klausel einbauen. Baustein 01 ins Leistungs-Verzeichnis kopieren. Lieferanten ohne Standard-Zustimmung scheiden aus.
- 02 SOW-Verknüpfung verankern. Baustein 02 als § im Dienstleistungsvertrag. Drei-Klassen-Einstufung als Rechnungs-Stellungs-Bedingung.
- 03 Compliance-Deklaration einholen. Baustein 03 zur Eigen-Erklärung im Vergabe-Verfahren. Einmal pro Mandats-Periode neu unterschreiben.
- 04 Audit-Pass dokumentieren. Verifikations-Workflow nach Sektion 05 protokollieren. Browser-Snapshot, Page-Source, Rich-Results-Test, Vertrags-Ausschnitt.
- 05 Schluss-Rechnung einstufen. Citation, Mixed, Mention oder FAIL nach Sektion 06. Faktura-Differenz zum Listenpreis im Audit-Pass begründen.
Inhouse-Lesart oder Mandats-Lesart?
Dieselben achtzehn Kriterien als Kern. Unterschiedliche operative Tiefe.
Die achtzehn Kriterien sind als Einkaufs-Standard für Mandats-Arbeit formuliert, tragen aber ohne Mandats-Beziehung als internes Audit-Tool für Teams mit eigener Content-Offensive oder eigenem Advertorial-Einkauf.
Self-Assessment ohne Verhandlungs-Komponente
Inhouse-Teams mit eigener Content-Offensive oder eigenem Advertorial-Einkauf nutzen die A-Klasse als Vorprüfungs-Gate vor Buchung und die B-Klasse als Qualitätskontrolle laufender Publikationen. Beide Klassen wirken als Self-Assessment, ohne Verhandlungs-Hebel gegenüber Publishern.
Vollversion mit Preis-Kopplung und Audit-Kette
Die Mandats-Lesart ist die Vollversion. Sie fügt der Self-Assessment-Mechanik Preis-Kopplung in der Publisher-Abrede, revisionssichere Audit-Kette und Vollmess-Stack über mehrere Engines hinzu. Drei-Klassen-Einstufung wird damit vom Bewertungs-Schema zum Faktura-Hebel.
Beide Lesarten nutzen dieselben achtzehn Kriterien als Kern, in unterschiedlicher operativer Tiefe. Die Inhouse-Lesart ist die Einstiegs-Ebene, die Mandats-Lesart die Vollversion mit Vertrags-Hebel.
Achtzehn prüfbare Kriterien, zweistufige Verifikation, drei Klassen mit klaren FAIL-Zeilen. Der Standard ist Procurement-Werkzeug, nicht akademisches Werk; was hier dokumentiert ist, soll vor jedem Audit tragen.